musika hat geschrieben:
Begabte Schüler brauchen weniger Hilfestellung, manchmal fliegt ihnen etwas zu und sie machen es automatisch richtig.
das ist eins der dinge, die ich meint.
es ist halt bei den begabten schülern nach der anfangsphase (in der ich ihnen natürlich sage, was sie machen sollen und auch genau erkläre wie und warum, da ich dagegen bin, daß sie irgendwas ausprobieren (s.o.)) sehr oft so, daß sie selbst wissen, wie sie es machen müssen und ich nur noch wenig hilfestellung leisten muß.
sie singen und wenn irgendwas nicht ganz so gut ist, unterbrechen sie, noch bevor ich was sagen kann und sagen selbst die dinge, die ich ihnen am anfang gesagt hab (z.b. das muß mehr legato gesungen werden usw.).
(aber da man ja mit ein bißchen gutem willen bei jedem immer noch etwas finden kann, das besser gehen könnte, hab ich auch bei den schon weit fortgeschrittenen immer noch genug zu meckern

).
viel ist es aber bei den schülern, die von anfang an gut mitarbeiten dann nicht mehr, weil ich sie in der anfangsphase mit infos überschütte, zum einen im unterricht, zum anderen mit buchempfehlungen und hörbeispielen für zuhause und später überrascht bin, daß sie das alles noch wissen und sobald die stimmtechnischen probleme überwunden sind, die anderen sachen plötzlich alle auf einmal richtig machen und dadurch oft ganz plötzlich ein riesengroßer sprung im können entsteht und ich nur staunend dasitze und denke "woher hat der das nur alles".
und das ist dann der punkt, wo ich das gefühl habe, daß es vor allem das talent des schülers ist, das ihn befähigt, so gut zu singen.
bei wenig oder garnicht begabten schülern geht es eigentlich immer so weiter wie in der anfangsphase bei den begabten. man erklärt, macht vor, kontrolliert, korrigiert und es wird (wenn der schüler gut mitarbeitet und übt), auch immer besser und für den hobbybereich auch oft sehr gut, aber für den prof. bereich reicht es aber meistens nicht.
wobei ich aber immer sehr erstaunt bin, wieviel talente es bei meinen erwachsenen totalanfängern gibt (die vorher entweder nie gesungen oder sich in chören, bei schlechtem unterricht oder in hardrockbands o.ä. ganz furchtbar klingende sachen angewöhnt haben) und die anfangs manchmal sogar sehr untalentiert wirken.
ich finde es dann immer sehr betrüblich, wenn sie vorzeitig mehr als 80 km weit von hier wegziehen (da ist regelmäßiger unterricht meist nicht mehr möglich, da sie ja berufstätig sind und oft auch familie haben etc.) oder wenn sie überhaupt keinerlei ambitionen haben, mehr daraus zu machen und es ihnen reicht, ab und zu mal bei hochzeiten von bekannten o.ä. zu singen.
liebe grüße
kaja