Lieber Musencus, ich finde deine Fragen auch etwas "unglücklich" formuliert, denn sie suggerieren wirklich, dass man den Partner wie ein neues Kleid aussucht und erstmal guckt, wie einem das steht-wenns zu klein oder zu gross ist, kommts zurück auf den Ständer....
So war das wahrscheinlich/hoffentlich ;-) nicht gemeint, kann aber leicht so ankommen, wie Fliu und Mutzel mit ihren Posts ja bestätigt haben.
Man hat aber natürlich unterbewusste und unbewusste Wahlkriterien, die mit den eigenen Sehnsüchten und Lebensenergien korrespondieren-manchmal oder sogar oft auch mit den eignenen Neurosen....."zufällig" kommt wohl kein Paar zusammen!.
Wie gesagt , wir hatten ja erst den Thread, den Epo anspricht und da ist sehr viel Schönes, Wichtiges schon geschreiben worden, auch mit viel persönlicher Offenheit.
Ich kann dazu noch sagen, dass von all meinen bisherigen Beziehungen, niemand "Sänger" aber auch niemand eine "Dumpfbacke" war-im Gegenteil! Kûnstlerische/musikalische Sensibilität war in meinem Unterbewusstsein stets ein wesentliches Kriterium, mich überhaupt zu verlieben. :love:
Und da spielt es keine Rolle, ob ER Bilder malte, Cello spielte oder Romane schrieb. Jeder, der selbst nachempfinden kann, was ein kreativer Prozess ist und dass man dazu Freiraum und gewisse "Schrulligkeiten" akzeptieren muss, ist ein verständnisvollerer und passenderer Lebensgefährte für mich, als einer, der davon keine Ahnung hat. Das ist aber ein rein subjektives Wahlkriterium und keine Abwertung von "Nicht"-Künstlern!!!!!
Meinen Mann habe ich bezeichnenderweise unter folgenden(völlig unglaubwürdigen, dennoch ebenso geschehenen) Umständen kennegelernt: in einer Kirche in Venedig, kurz vor einem Konzert wollte ich mir ein Bild von Tintoretto ansehen. Man musste eine Mûnze einwerfen, um das Bild zu beleuchten und ich habe keine in den tiefen meiner Handtasche gefunden. Plötzlich ging das Licht an und ich sah einen lächelnden Herrn neben mir, der das Geld eingeworfen hatte und ein sehr seltsames Italienisch sprach.

Im Konzert sass ich dann neben ihm und sah, dass er auf dem Schoss Thomas Mann(in deutsch!) liegen hatte.
Also Malerei, Literatur, Musik-alles sofort beieinander. Und dann schon während des Konzerts ein "coup de foudre" und um uns wars unwiederbringlcih geschehen!
Es brauchte keine 24 Stunden, um zu wissen, dass es es sich um die grosse Liebe handelte. Es brauchte dann noch 10 Jahre bis zum Traualtar, aber das ist eine andere Geschichte....
War das nun Schicksal oder eigene Wahl oder was auch immer???? Ohne Vivaldi, Tintoretto und Thomas Mann wäre es wohl niemals so weit gekommen....
Will sagen: man wählt bewusst oder unbewusst den Partner, den man braucht-zumindest, wenn es sich um eine Ehe handelt oder eine Beziehung, die eine längere Lebensfähigkeit als einige leidenschaftliche Nächte haben soll.
Cantilene
