Nun will ich mein Versprechen einlösen und euch ein Buch empfehlen, was ich lese:
Der Grenzgänger
Am Anfang seiner Wanderung auf dem ehemaligen Grenzstreifen zwischen Gräfenthal und Vacha versucht Landolf Scherzer sich vorzustellen, wie es dort vor fünfzig Jahren aussah: Stacheldraht, Grabensperren, Signalanlagen, Minen und Wachtürme. Dann läuft er auf dem jetzt grünen Kolonnenweg entlang, und sobald er an einem Dorf vorbeikommt, klingelt er am ersten Haus links. So trifft er Waldarbeiter und Wanderer, Dörfler und Einsiedler. Vor allem trifft er jedoch auf eine konfliktreiche Situation. Hüben wie drüben müssen die Bewohner seit der Vereinigung ohne Zonenrandförderung oder sozialistische Vollbeschäftigung zurechtkommen.
Mitten in Deutschland fühlen sich die Leute oft aufgegeben und vergessen, denn die Lebensbedingungen sind schwierig: hohe Arbeitslosigkeit, Abwanderung der Jungen, Schließung sozialer Einrichtungen. Da braucht es nicht viel, um sie zum Reden zu bringen. In Einzelschicksalen kommen Probleme zur Sprache, die stellvertretend für die des ganzen Landes stehen, es gibt etliche Verlierer- und einige Gewinnerbiographien, ungebrochene Vorurteile zwischen Ostlern und Westlern und immer wieder vielversprechende Annäherungen.
Auf der letzten Etappe begleitete Günter Wallraff den Autor, für beide eine Gelegenheit, ihre unterschiedlichen Beobachtungen zu vergleichen.
Landolf Scherzer wurde 1941 in Dresden geboren. 1962 bis 1965 Journalistikstudium im Leipzig, bis 1975 Redakteur beim "Freien Wort" in Suhl. Seitdem freischaffender Schrifsteller in Thüringen.
So, nun hab ich euch eins empfohlen. Sicher werden es noch mehr.
Viel Spaß beim Lesen.
Hartmut
_________________
Glück ist etwas, was man geben kann ohne es zu haben.
R. Huch