Diesen Beitrag hatte ich noch "gespeichert", ihn aber noch nicht veröffentlicht. Nun sei es also so weit:
Nach nunmehr fünf Jahren zu meiner stets vollsten Zufriedenheit mit dem „E“ wurd’s nun für mich Zeit, innovativ und nachfragend an den derzeitigen Markt für Neufahrzeuge oder nahezu neue Fahrzeuge „heranzutreten“.
Bedauerlicherweise muß ich dabei in der Tat selber „herantreten“, denn mein bevorzugter Nobelmarkenhersteller hat mich in den letzten fünf Jahren schlicht „links liegen gelassen“. Zu Fahrzeugpräsentationen wird man nicht eingeladen, Nachfragen nach möglichem Neuerwerbsinteresse (immerhin Bestandskunde seit zehn Jahren) unterbleiben völlig. Ich muß den Eindruck gewinnen, daß sich alle Stern-Fahrzeuge offensichtlich von selbst verkaufen (heutzutage: verkauf
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und man an entsprechender Kundenpflege zumindest von der Niederlassung Mannheim aus keinerlei Interesse hat.
Nun denn, ich „trat also heran“.
Und zwar über meine Ansprechpartner beim Autohaus Wedig. Aus Gründen der Werkstattzufriedenheit bin ich ja als Speyrer nach wie vor Kunde in Frankenthal. Damit ist schon das erste Desaster in der fabelhaften Innenorganisation der freudig und lauthals „Umsatzrendite“ proklamierenden Mercedes-Benz Car Group (so heißt so was heutzutage …) berührt: Wer ist denn nun für mich zuständig?
Die Auskünfte der Niederlassung sind marketingseitig mehr als fragwürdig und bedürften dringend einer eisernen und verbessernden Hand: „Wedig ist wie Bähr und Neubeck ja nur Vertragswerkstatt unserer Marke. Händler sind wir. (Warum tut Ihr dann nichts??) Einen Vorführwagen (immerhin eine Mercedes S-Klasse) müssen Sie bei uns in Mannheim abholen.“ Mein Hinweis, daß es doch vielleicht möglich sein könnte, den Wagen nach Frankenthal zu überstellen, damit ich Zug um Zug eine Wartung am E erledigen lassen kann, rührt den Zuständigen nicht einmal ansatzweise.
Immerhin: Die „bloße Vertragswerkstatt“ bemüht sich nun selber und siehe da – ich kann den Wagen in Frankenthal entgegen nehmen und dort auch wieder abgeben.
Ich will hier gar nicht auf sonstige Ungeschicklichkeiten eingehen - der Verkäufer (wohl für Speyer) meldet sich wegen einer Probefahrt bei mir – mit unterdrückter Rufnummer auf meinem Handy. Berufsbedingt und wegen „Vertriebsanrufen“ meines Netzbetreibers nehme ich solche Anrufe in der Regel nicht an – welche Sorge vor lästigem Kundenkontakt treibt den Vertriebsmitarbeiter dazu, seine Rufnummer für eventuelle Rückrufe zu unterdrücken ?? Er meldet sich dann auch noch nur mit seinem (mir bis dahin völlig unbekannten) Namen und läßt mich erst nachfragen, in welcher Sache er denn überhaupt mit mir sprechen wolle … naja, wenn das die Quintessenz von teuerster Verkäuferschulung ist, mache ich mich hiermit anerbötig, für 10 % weniger (immer die Umsatzrendite im Blick, gell?

) dieselbe fruchtlose Schulung abzuhalten; wäre damit nicht beiden Seiten gedient? Oder wie sagte ein Kollege von mir: "Nichts mache ich auch für die Hälfte!"
Ich glaube kaum, daß ein routinierter und eloquenter Verkäufer in einer weniger beamtisch strukturierten „Absatzorganisation“ diese Summe aller linkisch wirkenden Einlassungen jemals zustandegebracht hätte. Wenn das System „Mercedes“ beim Absatz die renditegeschüttelten Repräsentanten vor Ort, nämlich die Vertragswerkstätten mit eigenem Verkäufer, so gering schätzt, muß das eigene System blendend und fehlerfrei laufen. Sonst könnte das so manchen Kunden auch in Anbetracht der selbstbewußten Preisbildung von einem Kauf abhalten. Die undankbare Kompensation der sozialistisch anmutenden Flexibilität durch die „auch Autos absetzende Vertragswerkstatt“ (so muß man das ja offensichtlich verstehen) und damit letztlich auch auf deren Kosten sorgt sicher nicht für den erforderlichen Stolz beim „Repräsentieren“ der Marke.
Solange offensichtlich genügend Leute noch bereit sind, das alles „um des Sterns willen“ hinzunehmen, tut alles noch nicht weh genug …
Mit sorgenvollem Gruß
Markus